Internationaler Marktbericht Soja/Sojaschrot

Februar 2015: Euro-Dollar-Kurs sorgt weiterhin für Schwankungen der Sojapreise am heimischen Markt.

Am 10. Februar wurde der zweite Bericht des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) im Jahr 2015 veröffentlicht. Bewertet wurden die Zahlen rund um den Anbau und die Produktion der US-Sojabohnen sowie die Ernteaussichten in Südamerika.

Anbaufläche, Ertrag pro Hektar und Produktion der US-Sojabohnen blieben weitgehend unverändert. Jedoch wurden die Lagerüberhänge, entgegen den Erwartungen der Experten, etwas nach unten revidiert. Die Börse reagierte mit steigenden Kursen kurz nach Veröffentlichung des Berichts. Da sich die Überhänge trotz allem noch immer auf einem Rekordniveau befinden, drehte die Börse noch am selben Tag und schloss letztendlich mit negativen Kursen bei Bohne, Schrot und Öl ab.

Aktuelle Sojabohnen US-Zahlen laut USDA-Bericht:

2012/13 (aktuell) 2013/14 (Schätzung) 2014/15 (Jan) Prognose (Feb)
Angebaute Fläche (Mio. ha) 31,27 31,10 33,90 33,90
Ertrag (t/ha) 2,69 2,96 3,21 3,21
Produktion (Mio. t) 82,80 91,40 108,03 108,03
Es wurden auch die Ernteschätzungen für Südamerika sowie die chinesischen Importzahlen veröffentlicht. Bei den Erntemengen in Brasilien lässt sich ein leichter Rückgang feststellen, die argentinischen Ernteschätzungen wurden hingegen leicht erhöht. In Summe bleibt die südamerikanische Produktion somit auf nahezu demselben Niveau. Die chinesische Importschätzung zeigt keine signifikante Veränderung.

USDA-Sojabohnen-Ernteschätzung in Mio. t für Südamerika bzw. chinesische Importschätzung:

Saison 2013/14 (Feb) Saison 2014/15 (Jan) Saison 2014/15 (Feb)
Brasilien 86,70 95,50 94,50
Argentinien 54,00 55,00 56,00

Ausblick:

Die Preise an der CBOT werden weiterhin durch den Verlauf der südamerikanischen Ernte beeinflusst. Die Anbauflächen der US-Sojabohnen werden genau beobachtet.

Am heimischen Markt sorgt nach wie vor der Euro-Dollar-Kurs für Schwankungen der Preise. Derzeit bleibt der Kurs auf festem Niveau. Das sollte sich aus Sicht der Experten auch in der nächsten Zeit nicht ändern. Der Schiffsverkehr auf der Donau läuft derzeit ohne größere Probleme. Die jährliche Schleusensperre am Rhein-Main-Donaukanal ist heuer schon im April zu erwarten. Dabei gilt es, wie jedes Jahr, die Lieferungen vorher in den Hafen zu bringen.
Dieser Marktbericht dient lediglich der unentgeltlichen und unverbindlichen Information, er stellt weder ein Angebot noch eine Aufforderung zum Erwerb oder zur Veräußerung der erwähnten Produkte dar und basiert auf dem Wissensstand der mit der Erstellung betrauten Personen zum Erstellungszeitpunkt. Obwohl wir die von uns beanspruchten Quellen als verlässlich einschätzen, übernehmen wir für die Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität der hier wiedergegebenen Informationen keine Haftung. Insbesondere behalten wir uns einen Irrtum in Bezug auf Kurse und andere Zahlenangaben ausdrücklich vor.
Autor:
Jörg Ungersböck, Junior Trader Futtermittel/Ölsaaten
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