Hochwertige Ballensilage erzeugen

Neue Untersuchungen (Stand März 2019) sehen die stärkenoptimierte Folie vorne. Eine Erhöhung der Schichten in der Folie bei gleichbleibender Foliendicke bringe außerdem keine weiteren Vorteile.

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Ballensilage © RWA

Was einige Lohnunternehmer und Landwirte schon seit Jahren überzeugt, wurde jetzt durch Untersuchungen der schwedischen Universität für Agrarwissenschaften (Uppsala) in unabhängigen Tests bestätigt: Hinsichtlich Effizienz und Arbeitserleichterung sind stärkenoptimierte Folien, aufgrund der höheren Laufmeterzahl pro Rolle, schon länger bei vielen im Rennen.

Die neuen Untersuchungen zeigen aber auch, dass hochwertig hergestellte, stärkenoptimierte Folien Standardfolien, aber auch 25μ-starke Premiumfolien, im Hinblick auf die Silagequalität ersetzen können. So etwa Tenoplus 1900 oder 2100, die mit einer speziellen Rezeptur und dem besonderen Produktionsverfahren „PreTech“ hergestellt werden.

Folienstärke nicht entscheidend

Die Studienergebnisse zeigen – gemessen am CO2 Volumen im Ballen –, dass das Silierergebnis unabhängig von der Foliendicke ist. Im Versuch getestet wurden 3Premiumfolien von Trioplast in den Stärken 19, 21 und 25?. Während generell eine Steigerung der Lagenzahl am Ballen immer die Silierqualität begünstigt, weisen die verschiedenen Folientypen zueinander aber keine signifikanten Unterschiede auf, egal ob 6-oder 8-fach gewickelt wurde.

Tenoplus 1900: Der Allrounder

Die Tenoplus wird in 2 verschiedenen Typen hergestellt. Variante 1, Tenoplus 1900, eignet sich für Rund- und Quaderballen sowie alle Maschinentypen. Sie ist daher inzwischen eine gern genommene Alternative zu den herkömmlichen Folien, vor allem da sie durch die zusätzlichen 400 m eine hohe Effektivität ermöglicht, ohne Kompromisse bei der Futterqualität eingehen zu müssen.

Tenoplus 2100/2600 für Rundballen

Diese Folie wird mit dem inline Prestretch-Verfahren hergestellt, wodurch die Folie weiter verstärkt und verdichtet wird als die vororientierte 1900 m-Folie. Damit ist sie besonders für Rundballen geeignet – wofür sie auch speziell entwickelt wurde. Die Untersuchungen der schwedischen Universität zeigen, dass diese Verdichtung und damit einhergehende Stärkenreduzierung der Folie keine Risiken für die Silagequalität bergen.

Die Tenoplus-Rundballenfolie 2100/2600 überzeugt auch durch die besonders hohe Laufmeterzahl. Häufige Rollenwechsel lassen sich dadurch vermeiden.

Keine Vorteile durch mehr Schichten

Untersuchungen in der Saison 2017/18 haben bestätigt, dass eine Erhöhung der Schichten in der Folie auf 5, 7 oder noch mehr Lagen nicht automatisch Vorteile bringt. Das Produktionsverfahren (Cast oder Blas) und die Rezeptur der Folie sind dagegen von entscheidender Bedeutung und maßgeblich für die Reiß- und Durchstoßfestigkeit der Folie.

 

Wichtige Komponenten, wie Klebekraft oder UV-Schutz, spielen für die Folien- und spätere Silagequalität aber selbstverständlich eine wichtige Rolle und sollten in mindestens 3 Schichten untergebracht werden. Zum einen sollte die Innenseite der Folie eine hohe Klebekraft aufweisen, um eine luftdichte Versiegelung der einzelnen
Folienlagen am Ballen zu gewährleisten. Zum anderen sollte die Außenseite besonders glatt gestaltet sein, um Reibungswiderstände beim Transport zu verringern und Beschädigungen vorzubeugen.

Die Testergebnisse zeigten auch auf, dass bei mehreren Folien kein Unterschied in den Folienlagen festzustellen war, obwohl vom Hersteller auf der Verpackung eine Mehrlagigkeit angegeben wurde. Das kann einerseits bedeuten, dass einlagige Folien im Einsatz waren oder kein Unterschied hinsichtlich der Eigenschaften in den Folienschichten gemacht wurde, was ebenso nicht optimal ist.

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CO2 Volumen Silageballen © RWA
Silagequalität: Die getesteten Premiumfolien unterscheiden sich trotz der verschiedenen Dicken nicht – unabhängig davon, ob mit 6 oder 8 Lagen gewickelt wurde.

Guten Folie ist wirtschaftlich

Insgesamt zeigen die neuen Untersuchungen einen Weg auf, wie die Verluste der Ballensilage um 2 – 4 % gesenkt werden können und die Effizienz wesentlich erhöht werden kann. Durch die geringeren Verluste kann etwa 1 Euro je Ballen eingespart werden. Umgerechnet auf die gesamte Folienrolle ergibt das eine Ersparnis von etwa 20 Euro. Eine gute Folie sichert also weit mehr Geld als eine billige einspart. Damit wird die Ballensilage für viele Betriebe eine noch wirtschaftlichere und sinnvollere Art der Grundfutterbergung.

Mantelfolie statt Netz

Die Umstellung von Netz- auf Folienbindung bietet dem Anwender einige Vorteile. Einer davon: Die Verbesserung der Silagequalität. Auch das zeigten Untersuchungen. Mit Mantelfolie gewickelte Ballen wiesen eine bessere zylindrische Form auf, hatten eine bessere Luftdichtheit und eine bessere Silagequalität als die, bei denen ein Netz genutzt wurde.