Fusion der Lagerhäuser Inn- und Traunviertel fix

GEINBERG, WALDNEUKIRCHEN. In den Generalversammlungen beider Genossenschaften wurde die Verschmelzung von den Mitgliedern beschlossen.

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Die Verschmelzung der Innviertler Lagerhausgenossenschaft und der Lagerhausgenossenschaft Traunviertel ist abgeschlossen. In den Generalversammlungen in Adlwang und Aspach haben die Mitglieder vor einigen Tagen den Plänen der Geschäftsleitung zugestimmt. Damit entstand das größte Lagerhaus in Oberösterreich. Die Innviertler-Traunviertler Lagerhausgenossenschaft eGen – so der neue Name – mit Sitz in Geinberg wird ein Umsatzvolumen von rund 220 Millionen Euro aufweisen und 740 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigen. Als Obmann fungiert der bisherige Innviertler Obmann Ludwig Hubauer, als Aufsichtsratsvorsitzender sein Traunviertler Kollege Georg Garstenauer. Sprecher der Geschäftsleitung ist Stefan Schamberger, er wird mit dem bisherigen Traunviertler Geschäftsführer Josef Kainrad die operative Leitung übernehmen. "Die Vorteile eines Zusammenschlusses sind im Mittelpunkt unserer Planung gestanden, durch die Fusion ist ein starkes, selbstständiges Lagerhaus entstanden, das ausschließlich in bäuerlicher Hand ist", sagt Geschäftsführer Stefan Schamberger. Auch Obmann Ludwig Hubauer ist von der Richtigkeit der Entscheidung überzeugt: "Dieser Zusammenschluss ist die richtige Maßnahme zur richtigen Zeit. Der Strukturwandel in der Landwirtschaft, das neue Zeitalter der Digitalisierung und die Volatilität der Märkte sind große Herausforderungen", sagt Hubauer. Um diese bewältigen zu können, sei es wirtschaftlich sinnvoll, sich noch breiter aufzustellen.

"Setzen nicht auf Schließung!"

Aufsichtsratsvorsitzender Georg Garstenauer und Ludwig Hubauer zerstreuen Bedenken, mit der Fusionierung könnten auch Schließungen und ein Personalabbau einhergehen: "Wir setzen nicht auf Schließung von Filialen oder auf Personalabbau. Im Gegenteil: Wir wollen weiter maßvoll und kontrolliert wachsen." Die Kompetenz und hohe Motivation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien gute Voraussetzungen dafür. Beide Genossenschaften haben in den vergangenen Jahren durch bedeutende Investitionen effiziente Strukturen geschaffen, die sich gemeinsam noch besser nützen lassen: "Wir haben uns auf die Stärken konzentriert, und die Potentiale und Synergiemöglichkeiten gesucht. Es war unser Ziel, die Stärken jeder Genossenschaft zu bündeln", sagt Geschäftsführer Stefan Schamberger. "Die Stärken des Lagerhauses Innviertel liegen in den Geschäftsbereichen Agrar und Energie, das Traunviertel ist dienstleistungsorientiert und kann vor allem in den Bereichen Technik und Baustoffen punkten", erklärt Schamberger. Sein Geschäftsleiter-Kollege Josef Kainrad sieht es als große Herausforderung, der Entwicklung im landwirtschaftlichen Bereich mit dem damit verbundenen Strukturwandel gerecht zu werden. "Dazu brauchen wir die Stärke und Kompetenz, die wir mit dem Zusammenschluss erreicht haben." Rund 70 Lehrlinge seien außerdem ein Zeichen, "dass wir auf die Jugend bauen und diese künftig auch ausbilden wollen", so Kainrad. Die Verschmelzung ist nach nur wenigen Monaten reibungslos über die Bühne gegangen. "Der Raiffeisenverband OÖ mit Direktor Norman Eichinger und Spartenleiter Gerhard Steinkress haben uns sehr gut begleitet", sagt Stefan Schamberger.

Eine Viertelmilliarde Umsatz

Mit seinen 50 Standorten werde das Lagerhaus Innviertel-Traunviertel beide Regionen stärken, wie die Geschäftsleiter betonen. "Wir sind der Nahversorger am Land, nicht nur für die 6400 Mitinhaber, sondern auch für 166.000 Haushalte. Das darf man nicht außer Acht lassen", so Schamberger. Knapp eine Viertelmilliarde werde in der Region umgesetzt. Jede Sparte im Unternehmen sei wichtig, auch wenn der Agrar-Bereich die Basis darstelle. Durch viele Dienstleistungsbereiche sei das Unternehmen eine wichtige Nahversorger-Institution am Land. "Wir haben eine hohe Verantwortung im Haus gegenüber der gesamten Region", sagt der Sprecher der Geschäftsleitung.

Oberösterreichs größtes Lagerhaus in Zahlen

Das Innviertler-Traunviertler Lagerhaus hat durch die Fusion 740 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in insgesamt 36 Filialen. 20 davon liegen im Innviertel, 16 im Traunviertel. Durch die Genossenschaftsstruktur gibt es nun insgesamt 6400 Mitinhaber. Zum Unternehmen, das künftig ein Umsatzvolumen von rund 220 Millionen Euro aufweisen wird, gehören auch 25 Tankstellen, 3 Sparmärkte, 1 Adeg-Markt, 1 Dachdeckerei und 13 Werkstätten. Auch ein Baumeisterbetrieb mit Sitz in Waldneukirchen gehört dazu. An allen Standorten sind rund 45 Hektar Grundfläche genutzt und 96.000 m² Fläche verbaut. Im Geschäftsbereich beider Lagerhaus-Regionen im Innviertel und Traunviertel gibt es rund 166.000 Haushalte.
http://www.nachrichten.at/oberoesterreich/innviertel/Fusion-der-Lagerhaeuser-Inn-und-Traunviertel-fix;art70,2942794